Archiv der Kategorie: Nordinsel

hauptstadt wellington

Das nächste Ziel war Wellington. Genervt von den Autos hielten wir unterwegs an einem Trucker-Café. Wir kamen ins Gespräch mit der Inhaberin und erzählten, dass wir das letzte Stück vor Wellington aufgrund des Verkehrs den Bus nehmen wollen. Da ihr Sohn sowieso am nächsten Morgen dahin fuhr bot er uns eine Mitfahrgelegenheit in seinem Pickup an. Und so kamen wir das letzte Stück ganz unerwartet schnell in die Hauptstadt!

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Unsere erste Herberge bot uns über warmshower Stuart in seiner Studenten-Wg. Auf diese Weise bekamen wir Einblick in das teure Studentenleben, denn die Studiumskosten werden hier pro Kurs berechnet. Da überlegt man sich genau, wo man sich einschreibt. Besonders fanden wir in Wellington die elektrisch betriebenen Oberleitungsbusse.

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Die letzten beiden Tage verbrachten wir bei Chloe, die einen echten Pizzaofen im Garten hat, in dessen Genuss wir am ersten Abend kamen, an dem eine Pizza-Geburtstagsparty stattfand.

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Sonjas Geburtstag feierten wir in einem lokalen Jagdrestaurant – bei dem sich Benni durch ein Versehen in der Menuliste ein deftiges 500g Steak mit Knochen bestellte und sich mit Anstrengung durchbeissen musste.

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weihnachts- und silvesterpause in napier

In Napier fanden wir Unterschlupf bei Peter van der Stam, einem pensioniertem Holländer. Er bot uns an in seinem Camper zu nächtigen.
Bei Abstellen der Räder fiel Bennis Gitarre um, wobei der Hals brach. Das war ein ziemlicher Schock. Umso größer war die Überraschung, als sich herausstellte, dass Peter Instrumentenreparateur ist. Ein echter Wunder für uns! Er konnte die Gitarre reparieren und bis jetzt hält sie wieder.

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Bei ihm konnten wir eine Woche bleiben, Zeit mit Hazal verbringen und die Gegend um Napier erkunden. Unsere Räder hatten schwer zu tun, als wir durch den Sand zum „Cape Kidnappers“ fuhren, einer Halbinsel in der Nähe von Napier. Hier findet man unter anderm die größte von Land zugängliche Tölpelkolonie (austr. Seevogel) der Welt. Die Anstrengung lohnte sich, das Kap war wunderschön.

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Peter führte uns am Wochenende zu einem Bauernmarkt, auf dem es sogar deutsches Brot zu erwerben gab. Hochgenuss!!!

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weihnachten einmal andersrum (edit)

Weihnachten hierzulande heißt draußen sein, man genießt die Sonne und ein gemeinsames Barbecue (Grillen) mit der Familie und Freunden. Die Dekoration ist rar gesät, aber wenn dann sehr bunt und – nach unserer Sicht – eher kitschig. Da im Moment die hellste Zeit im Jahr ist (Sonnenuntergang ca. 21:00) orientiert sich die Dekoration eher an der Reflexion der Sonnenstrahlen als an Lichtern.
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Um die Weihnachstzeit blüht hier ein besonders schöner Baum, der aufgrund seiner roten Blüten auch New Zealand Christmas Tree (Neuseeländischer Weihnachtsbaum) genannt wird.

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Gefeiert wird Weichnachten am 25.12., wo es dann auch die Geschenke am Weihnachtsmorgen gibt. Diese sind aber im Gegensatz zu Deutschland eher Kleinigkeiten. In vielen Orten ist es üblich, „Christmas Parades“ (Weihnachtsumzüge) mit vielen selbstgebauten Weihnachstwägen stattfinden zu lassen. Zum Abschluss findet am Abend oft ein großes Barbecue mit der Familie und Freunden statt. Dazu wurden wir nach dem Gottesdienst der St. Columba’s Kirche vom Pastor nach Hause eingeladen.
Wir wurden sehr herzlich empfangen und genossen mit der Familie ein unglaublich leckeres Essen. Das war unser Weihnachtshighlight! Besonders war der Baiserkuchen mit frischen Himbeeren.

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Ein bisschen vermissen wir jedoch schon die Heimeligkeit mit Lichtern, unsere Familien und Freunde in Deutschland. Wir wünschen Euch allen ein ganz wunderbares, ruhiges und mit Lichtern umgebenes Weihnachtsfest. Merry Christmas!

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thermales wunderland

Unterwegs trafen wir den Tourenradler Stefan aus Bad Hersfeld, der uns den Tipp zum „Thermal Wonderland Wai-O-Tapu“ gab – einem Gebiet mit kollabierten Kratern, heißen und kalten Seen und brodelnden Schlammtümpeln.

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Im Gebiet Neuseelands treffen die Australische und die Pazifische Platte aufeinander, weswegen es dort eine erhöhte vulkanische Aktivität gibt.

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Beeindruckend waren die Farben, die durch verschiedene Mineralien verursacht sind, besonders am sogenannten „Champagner-Pool“.

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Je höher der Gehalt von Arsensulfiden, desto grüner die Farbe. Nicht reinspringen!

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Außerhalb des Gebietes gab es einen ganz ungiftigen und natürlichen Pool. Von der einen Seite wurde er von einer heißen, von der anderen Seite von einer ganz kalten Strömung gespeist. Hier konnte man kneippsche Heiß-Kalt-Duschen auf einmal im gleichen Wasser durchführen. Ein unvergessliches Erlebnis!

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qualm und blubber in rotorua

Da das Wetter sich nicht besserte, versuchten wir unsere „Hitchbiking-Erfahrungen“ zu vertiefen und hatten Erfolg. Nach ca. 30 Minuten im Regen, als wir die Hoffnung schon aufgeben und die Räder wieder aufgebaut hatten, hielt eine deutsche Frau, Eva, an. Sie war auf dem Weg nach Auckland, wo sie ihre Tocher vom Flughafen abholen wollte. In ihrem großen Van fanden unsere Räder und das ganze Gepäck reichlich Platz.

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Der Regen hörte auch hier nicht auf und so entschieden wir uns, den Bus nach Rotorua zu nehmen. Das Passieren der Highway’s bei Sturm schien uns nach unserer letzten Erfahrung zu gefährlich.

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Am nächsten Tag erweckte uns strahlender Sonnenschein, so dass wir uns frohen Mutes in den Sattel schwangen. In der Umgebung von Rotorua gibt es zahlreiche geothermische Aktivitäten, weshalb es überall nach Schwefel riecht. Ein Radweg führt an qualmenden Erdlöchern und blubbernden Quellen vorbei.
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hitchbiking im bindfadenregen (edit)

Wir sind auf dem Rückweg Richtung Auckland. 40km vor Whangarei bot uns Sharkey, ein Holzschnitzer irischer Herkunft, einen Zeltplatz auf seinem Grundstück an. Ein echt begabter Künstler mit Tiefgang.

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Unser erster Regentag am Mittwoch blieb leider nicht der einzigste, denn seitdem regnet es fast ununterbrochen, was für diese Jahreszeit sehr ungewöhnlich ist. Das Radfahren bei strömenden Regen, peitschendem Wind und vorbeirasenden LKWs macht wenig Spass.

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Wir freuten uns umso mehr, in Whangarei bei Hannie, Michal und Nika wieder Unterkunft finden zu dürfen. Aufgrund des Unwetters blieben wir drei Tage bei ihnen, trockneten und wuschen unsere Sachen. Hannie bereite ein unglaublich leckeres asiatische Essen und wir feierten gemeinsam unseren dritten Advent.

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Heute machten wir uns trotz des Regens auf den Weg nach Waipu. Der Wind war so heftig, dass wir mitunter Mühe hatten unserer Räder auf Kurs zu halten. Auf halben Weg, als Benni schimpfend auf die Autofahrer und das Wetter vor sich hinstrampelte, hielt ein Jeep mit fast leerem Anhänger. Zu unserem Erstaunen bot der Fahrer an, uns und unsere Räder mitzunehmen – so kamen wir zu unserer ersten “Hitchbiking” Erfahrung.

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In Waipu hatten wir durch warmshower eine Herberge bei der Familie Worthy gefunden.
Wir wurden sehr herzlich empfangen und genossen gemeinsam ein reiches Abendessen. Danach sorgten Benni und die sehr talentierte Tochter Nadya für ein musikalisches Abendprogramm. Hier konnten wir auch ein haariges neuseelendisches Maori-Schwein „Priscilla“ (Kune Kune Schwein) und die von der Familie betriebene kleine lokale Radiostation (ca. 100km Sendebereich) in einem alten Wohnwagen bestaunen.

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hitchhiking zum cape reinga

Um etwas Zeit zu sparen beschlossen wir zum Cape Reinga, dem fast nördlichsten Punkt Neuseelands per Anhalter zu fahren. Vorerst besuchten wir einen anglikanischen Gottesdienst in der ältesten Kirche Neuseelands der „Christ Church“ in Russel.

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“Hitchhiking” funktioniert hier sehr gut, wir kamen problemlos voran und erreichten am gleichen Tag einen Campingplatz kurz vor unserem Ziel.
Dieser war menschenleer, dafür aber von Legionen von Mücken bevölkert, die unser Zelt über die Nacht attackierten.

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Am Tag darauf nahm uns gleich ein Pärchen aus Tasmanien mit, die sich einen echten erdbeerroten VW T1 nach alter Art gemietet hatten. Dies war eine besondere Begegnung, wir verstanden uns wunderbar und genossen die gemeinsame Zeit.

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Das Cape Reinga selbst ist zwar sehr touristisch, aber absolut atemberaubend anzusehen. Hier treffen die Tasmanische See und der Pazifische Ozean aufeinander. Man kann wirklich beobachten, wie verschiedene Strömungen aufeinander prallen.

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Um diese Schönheit auf uns wirken zu lassen blieben wir einen weiteren Tag an der Küste, dem “Tapotupotu Bay”, und unternahmen eine kurze Wanderung.

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Die Gegend im Nordland ist kaum bis gar nicht bewohnt, weswegen es kein Netz für Handy noch Internet gibt. Der Weg zurück dauerte wegen der wenigen Autos etwas länger.

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Nun sind wir wieder in Paihia in einem Hostel, in dem eine Menge junger deutscher “Work-and-Traveler” wohnen und wir Zeit und Netzzugang haben, um Blog zu schreiben 🙂

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